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Ein Ort der Hoffnung: Hami e.V. in Margareten

Der gemeinnützige Verein Hami fördert die Integration iranischer Migranten in Margareten. Mit verschiedenen Projekten und Aktivitäten schafft er ein neues Zuhause für viele.

Anna Schneider2. Juli 20263 Min. Lesezeit

Als ich neulich durch die Straßen von Margareten schlenderte, fiel mir ein kleines, unauffälliges Gebäude auf, das von den meisten Passanten vermutlich übersehen wurde. Dort prangte das Schild eines Vereins, der sich der Integration von Iranern widmet: Hami e.V. Ein unauffälliger Ort, der jedoch mit einer bemerkenswerte Aufgabe betraut ist. Merkwürdig fand ich, dass in einer Stadt wie Wien, in der kulturelle Vielfalt sich an jeder Straßenecke zeigt, ein solcher Verein nötig ist, um Menschen eine Stimme zu geben. Doch genau das tut Hami, und es tut dies in einer Weise, die es wert ist, näher betrachtet zu werden.

Hami, was auf Persisch "Unterstützer" bedeutet, hat sich in den letzten Jahren zu einem Anlaufpunkt für iranische Migranten entwickelt. Hier treffen sich Menschen, die eine ähnliche Geschichte teilen: Sie haben ihre Heimat verlassen, um in einem neuen Land ein Leben aufzubauen, oft unter schwierigen Bedingungen. Es ist ein Ort der Begegnung, der nicht nur Informationen bereitstellt, sondern auch emotionale Unterstützung bietet. In einem Raum, der mit Bildern und Erinnerungen an die Heimat geschmückt ist, finden diese Menschen einen Platz, an dem sie gehört werden.

Die Gründer von Hami haben verstanden, dass Integration viel mehr ist als nur das Erlernen der Sprache oder das Finden eines Jobs. Es geht um das Gefühl der Zugehörigkeit, um den Austausch von Kulturen und um das Teilen von Erfahrungen. Bei einem gemeinsamen Essen, das oft ein Höhepunkt der Veranstaltungen im Verein ist, haben die Teilnehmer die Möglichkeit, traditionelle iranische Gerichte zu probieren und dabei ihre Geschichten zu erzählen. So wird das Essen zur Brücke zwischen den Kulturen.

In einem der Programme erfahren die Teilnehmer von den Herausforderungen und Chancen, die das Leben in Österreich mit sich bringt. Man könnte meinen, dass schon die bloße Existenz solcher Programme ein Hinweis auf eine gescheiterte Integrationspolitik ist. Doch ich glaube, dass es auch als eine Art von Hoffnung betrachtet werden kann. Die Hoffnung, dass Menschen, die nach einem neuen Leben suchen, in Margareten ein Zuhause finden können.

Doch wie schaut der Alltag innerhalb von Hami aus? Als ich die Räumlichkeiten besuchte, wurde ich von einer warmen, einladenden Atmosphäre empfangen. Menschen unterschiedlichen Alters und Hintergrunds unterhielten sich angeregt. An einem Tisch saßen Kinder, die spielten, während ihre Eltern an einem Workshop teilnahmen, in dem ihnen grundlegende rechtliche Informationen vermittelt wurden. Ein weiterer Raum war für Sprachkurse reserviert, der Lärm von zahlreichen Stimmen drang zu mir durch die Wand: eine Abfolge von „Guten Morgen“ und „Wie geht es dir?“, die den Raum erfüllte.

Die Vereinsmitglieder sind leidenschaftlich daran interessiert, ihre Erfahrungen und ihr Wissen weiterzugeben. Wenn ich mit einigen von ihnen sprach, wurde mir schnell klar, dass nicht nur sie Unterstützung suchten, sondern auch sie selbst bereit waren, aktiv zu helfen. Diese Selbstlosigkeit ist bemerkenswert. Es ist ein Beweis dafür, dass die Integrationsbemühungen nicht nur von staatlicher Seite kommen müssen, sondern auch durch die Gemeinschaft getragen werden können.

Natürlich gibt es auch Herausforderungen. Ich hörte von bürokratischen Hürden, von Vorurteilen, und von den Sorgen, die mit dem Ankommen in einem neuen Land einhergehen. Ein Mitglied des Vereins erzählte mir von den Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden, während das Gefühl der Isolation drückend war. Es ist offensichtlich, dass gerade diese Hürden es schwierig machen, sich wirklich integriert zu fühlen.

Doch wenn ich auf die Gesichter der Menschen in den Räumen von Hami schaue, kann ich nicht anders, als optimistisch zu sein. Es sind Menschen, die trotz aller Widrigkeiten zusammenstehen, die lachen, teilen und wachsen. Hami ist ein Ort der Hoffnung, ein Ort, in dem nicht nur Iraner, sondern auch die Essenz der menschlichen Verbundenheit gefördert wird. Es ist ein kleines, aber feines Beispiel dafür, wie Integration in der Praxis aussieht.

So bleibt mir nur, zu wünschen, dass Hami weiterhin als Leuchtturm für viele dient, die auf der Suche nach einem neuen Leben sind. Das unauffällige Gebäude in Margareten könnte sich als ein Ort der Veränderung und Beherbergung entpuppen – ein Zeichen dafür, dass, trotz aller Schwierigkeiten, die Menschlichkeit immer einen Platz finden kann.

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